Mit einem Kinderbuch gegen Mobbing und Rassismus - wie der Carow Verlag politisch ein Zeichen setzt

2.11.2017, Müncheberg
Spätestens seit dem 24. September ist Rassismus in Deutschland wieder Salonfähig geworden. Zuletzt gab es auf der Frankfurter Buchmesse Ausschreitungen und einen Eklat, der daraus hervorgegangen ist. Das Thema Mobbing ist in Aller Munde, regelmäßig kommen Zahlen zutage, die aufzeigen, wie schlimm dieses Gesellschaftsphänomen wirklich ist und wie stark es verbreitet ist. Auch nimmt diese Problematik immer stärker zu.
 
Der Carow Verlag, der hiermit erstmals eine Diplomarbeit veröffentlicht, zeigt Farbe und will sich politisch dafür engagieren, Rassismus im Kleinen wie im Großen zu bekämpfen.
 
Aus diesem Grund erscheint nun ein Buch, das so anders ist, als alles, was bisher im Carow Verlag erschien.
 
In der Diplomarbeit ihres Studiums zur Illustratorin, beschäftigte sich die 1989 im Sauerland geborene Autorin, die selber mit Mobbing in Berührung gekommen war und auch im Freundes- und Familienkreis von solchen Erlebnissen mitbekommen hatte, nun auch beruflich intensiv damit, und so entstand „Otto - Geschichte einer Freundschaft“.
 
Klingt der Titel des Buches auch fast schon unscheinbar, so hat es das im A5 Querformat vorliegende Hardcoverbuch, der noch immer im Sauerland lebenden Autorin, doch sehr in sich.
 
Tintenfisch Otto ist neu in der Klasse und wird von seinen Klassenkameraden ausgegrenzt, verletzt und gemobbt. Das Buch zeigt in einer reduzierten Farbigkeit das ganze Ausmaß dieser Tragödie. Das Blatt dreht sich, als einer der Mobber selber in der Klemme steckt. Doch Otto ist mutiger, als alle glauben und löst die Situation ungeahnt auf.
 
Der Autorin gelang es mit diesem Werk, ihre Diplomarbeit an der Ruhr-Akademie in Schwerte zu bestehen, und so widmet sie sich seitdem dem Verfassen weiterer Kinderbücher und der Teilnahme an Wettbewerben.
 
Einzigartig ist, wie in diesem Buch Horror-Stilelemente verwendet werden, und das Buch dennoch Kindertauglich bleibt, sodass es schon für Grundschulkinder ab 6 Jahren empfohlen werden kann.
 
Die Bilder des Buches wurden von der Autorin von Hand gezeichnet, mit Tusche konturiert und am PC großflächig coloriert.
 
Noch einzigartiger ist allerdings der Blickwinkel, aus dem die Geschichte gezeigt wird. So wird Ottos Angst und seine Gefühlswelt eindrucksvoll und schonungslos visualisiert, es wird aus ihrer Perspektive gezeigt, wie Mobbingopfer wirklich fühlen und was das Mobbing mit und aus ihnen macht.
 
Mobbing- und Rassismusopfern kann dieses Buch zeigen, dass sie nicht allein sind, und es anderen genauso geht. Aber auch vor allem die Täter können in diesem Buch durch die Augen eines Opfers sehen, was sie ihren Mitmenschen antun, und wie diese sich fühlen, wie ihre Handlungen sich auswirken und was das mit Ihren Opfern macht. Der Rollentausch ermöglicht drastische Einsichten und fördert eine sehr intensive Auseinandersetzung mit erwartungsgemäß drastischen Aha-Erlebnissen.
 
Die Autorin hofft, dass durch die Lektüre ihres Buches möglichst vielen Kindern und Jugendlichen viel Leid und Kummer erspart bleibt. Das Buch soll zu Empathie anregen und zum Umdenken auffordern. Und es soll allen Betroffenen zeigen: ihr seid nicht allein!
 
Das Buch „Otto – Geschichte einer Freundschaft“ ist ab dem 2. November in allen Buchhandlungen, bei allen Onlinebuchhändlern und über den Verlagsshop bestellbar.
 
Details zu der Autorin und andere Infos findet man auf der Seite http://otto.carow-verlag.de
 
Über das Buch
Titel: Otto – Geschichte einer Freundschaft
Hardcover, 56 Seiten
Autor und Illustrationen: Joanne Spreckelsen
ISBN: 9783943882261
Preis: 13 Euro 
 
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