Prima, Emilia! (Emilia 6)

13,90 

In diesem turbulenten Band wird die 16-jährige Emilia erwachsen, indem sie zwischen ersten Uni-Tagen, der großen Liebe und philosophischen Alltagsfragen ihren beruflichen Weg sucht, während sie gemeinsam mit ihrer Oma und den Bewohnern des Zaubergartens gewohnt herzliche wie kuriose Abenteuer erlebt. Ein wundervolles Buch für alle Emilia-Liebhaber, Angelika Pauly-Fans, Philisophieinteressierte und Jugendliteraturbegeisterte ab 12 Jahren. A5, Hardcover, 124 Seiten

Emilia als Teenager, voller verrückter Ideen, Ideale und Ziele. Emilias Oma schafft es mit ihrem etwas anderen Plätzchenteig durch starke Rauchentwicklung einen Feuerwehreinsatz auszulösen, doch glücklicherweise ist nichts weiter passiert und die Plätzchen schmecken sogar. Nur wird Emilia, mittlerweile 16 Jahre alt, von den Feuerwehrmännern gesiezt.

Bei einer kniffligen Begebenheit muss mal wieder der gute alte Wurzelzwerg helfen und Emilia hat als Hausaufgabe ein ganzes Buch zu schreiben, mit dessen Inhalt sie es schafft, dass ihre Oma ohnmächtig wird.

Doktor Rabe und die Eichhörnchen Kikki und Mucki sind auch wieder mit von der Partie, ebenso wie Turbinia aus dem vierten Emilia- Band. Emilia versucht sich auch als Psychologin, hilft der Oma beim Buchschreiben und lernt von Physiker Julius, der abermals einen Gastauftritt hat, was der Urknall ist.

Außerdem feiert sie eine Englischparty, filmt und der Leser erfährt sehr viel über Leben und Wirken der Oma. Und weil Emilia schon so ein großes Mädchen ist, macht sie ein Berufspraktikum im Kindergarten, engagiert sich auch nach dem Praktikum und überlegt sogar, einen sozialen Beruf zu wählen, denn Emilia hat ein großes Herz. Emilia feiert in diesem Band auch ihren 17. Geburtstag und überlegt angestrengt, welchen Beruf sie lernen soll.

Und weil Emilia gar nicht mehr dazu kommt in Omas Zaubergarten zu gehen, ist sie froh, als die Gartenbewohner ihren Gast, eines der Kindergartenkinder genauso herzlich betreuen wie die kleine Emilia damals.

Dieser Band ist genauso turbulent wie das Leben eines Teenagers, Emilia erlebt die große Liebe und dessen Ende, die aufreibende Unentschlossenheit welchen Beruf sie denn nun doch studieren soll, die ersten Tage an der Uni, und schließlich der Auszug bei Oma. Emilia in München.

Auch einige Gartenbewohner ziehen aus. Und Emilia wird erwachsen. Auch philosophische Fragen kommen, ganz in Angelika Pauly- Manier, zur Sprache, etwa welche Farbe Gespenster haben, was Omadinge sind, was passierte als der Mond zerfiel und vom Niemandskind.

Emilia als Teenager, voller verrückter Ideen, Ideale und Ziele. Sie engagiert sich Praktikantin im Kindergarten für ein vernachlässigtes kleines Mädchen, will mit 17 Jahren heiraten, schreibt Artikel für die Schülerzeitung, klärt, welche Farben Gespenster haben und hält ihre Oma in Atem.

Kurz, es hat sich nichts geändert … wirklich nicht? Denn was macht sie dann um alles in der Welt in München?

Neue Geschichten um Emilia, ihre Oma, den alten Zaubergarten.

Ein wundervolles Buch für alle Emilia-Liebhaber, Angelika Pauly-Fans, Philisophieinteressierte und Jugendliteraturbegeisterte ab 15 Jahren. A5, Hardcover, 124 Seiten

Omas Weihnachtsplätzchen


Vorsicht: hochexplosiv!
Als Emilia an diesem Tag mittags aus der Schule kam, sah sie schon aus der Ferne Rauchfahnen aufsteigen
und – leider, muss man sagen – stand die Feuerwehr vor dem Haus. Voller Angst lief sie die letzten Meter im Sauseschritt und rief den Männern in Rot zu: „Wo ist meine Oma?“
„Keine Sorge, die ist in Sicherheit“, brummte ein Bärtiger
und richtete den Wasserstrahl auf das Obergeschoss
des Hauses. „Aber hinein können Sie jetzt nicht.“
„Du kannst mich ruhig duzen, Sie brauchen mich nicht zu siezen, ich bin erst 15“, erlaubte meine Enkelin völlig unlogisch dem Feuerwehrmann, der sie daraufhin verwirrt ansah und versehentlich das Straßenschild, auf dem Obersteinenfeld stand, löschte.
„Pass doch auf!“, fuhr ihn sein Kollege an. „Sonst haben wir hier bald ein Unterwasserfeld statt einem Obersteinenfeld.“
Der Angesprochene zuckte zusammen und richtete folgsam die Spritze wieder auf das Dach, aus dem weiße Rauchkringel stiegen. „Komisch“, murmelte er, „so einen seltsamen Rauch habe ich noch nie gesehen …“
„Wo ist denn nun meine Oma?“, wollte Emilia wissen und sah den Mann streng an.
„Ich glaube, die ist in eurem Gartenhaus. Da hätte ich mich auch hin verkrümelt, wenn ich mit Plätzchenteig das Haus in die Luft gejagt hätte“, lachte der.
„Nun übertreib nicht“, kam der nächste Rüffel von seinem Kollegen.
„Die paar Flammen haben wir doch schnell gelöscht.“
Emilia aber hörte nicht weiter zu, sondern rannte in den Garten und riss die Tür zum Gartenhaus auf. Da hockte ich, mit einem Teller voller Plätzchen in den Händen, auf dem alten rostigen Rassenmäher und zitterte ein wenig.
„Oma!“, rief Emilia und stürzte auf mich zu. Ich hielt ihr den Teller hin und sagte: „Hier, probiere mal, die sind noch gut.“
Ich aß zum Beweis eines.
Meine Enkelin sah die Weihnachtsplätzchen zweifelnd
an und schüttelte ablehnend den Kopf: „Meinst du nicht, du fliegst in die Luft, wenn du sie isst?“
„Ach wo“, lachte ich, „oder hast du schon mal eine fliegende Oma gesehen?“
Ganz so sicher war ich mir allerdings nicht, war da nicht ein leichtes Ruckeln unter meinen Füßen und grummelte es nicht merkwürdig in meinem Bauch?
„Wir sind fertig!“, riefen in diesem Moment die Feuerwehrleute
vom Haus aus zu uns. „Sie können wieder
hierher kommen.“
„Jetzt siezen die mich schon wieder!“, Emilia runzelte
ihre Stirn.
„Es gibt Schlimmeres“, tröstete ich sie, stand auf, nahm sie an die Hand und tapfer gingen wir zu meinem Haus. Wie viel war wohl noch stehengeblieben? Hatten wir noch ein Heim?
„Aber ja“, meinte der Brandmeister und stahl ein Plätzchen von dem Teller, den ich immer noch in der Hand hielt. Wir gingen vorsichtig ins Haus, das noch voll mit weißem Qualm war. Ein Blech mit ungebackenen
Plätzchen stand auf dem Herd und ich überlegte,
es in den Ofen zu schieben.
„Oma, bloß nicht!“ rief Emilia und ich zuckte zurück. Wir sahen uns um. Seltsam, verbrannt schien gar nichts zu sein, nur nass, furchtbar nass.
„Das trocknet wieder“, tröstete mich der nette Brandmeister.
„Drehen Sie nur die Heizung tüchtig auf. Übrigens, merkwürdig, verbrannt scheint gar nichts zu sein. Um ehrlich zu sein, ich habe auch gar keine Flammen gesehen, nur Rauch, so schrecklich viel Rauch.“
Am Abend, als schon wieder fast alles abgetrocknet war, kam Opa nach Hause.
„Oh, ich rieche Weihnachtsplätzchen“, rief er freudig schon im Flur.
„Darf man probieren?“
Doch als er unsere blassen und erschöpften Gesichter
sah, fragte er nur: „Was ist passiert?“, und wir erzählten ihm die unglaubliche Geschichte. Opa wurde ernst.
„Welches Mehl hast du genommen“, wollte er dann von mir wissen.
„Wo hast du es her?“„Na, aus dem Keller.“
„Aus dem Vorratskeller?“
„Ja, natürlich! Doch halt, ich habe letztens fünf Kilo Mehl gekauft, weil ich so viel backen wollte, für die Nachbarn mit, habe ich dir ja erzählt“, erklärte ich nachdenklich.
„Ich weiß“, Opa trommelte ungeduldig mit den Fingern
auf die Herdplatte.
„Ja, nun, weil der Vorratsschrank, der im Vorratskeller
…“, überlegte ich weiter …
„Ich kenne den Vorratsschrank“, unterbrach er mich nervös.
„Also, weil der Vorratsschrank so voll ist, habe ich die Mehltüten in deinen Werkstattschrank gelegt“, gestand ich.
„Du liebes Bisschen!“, Opas Stimme überschlug sich. „Da habe ich die Tüten mit dem Silberiodid gelagert. Du wirst doch nicht statt Mehl …“, er unterbrach sich und stürmte in den Keller, wir hinterher. Und dann war es doch so: Eine Tüte mit Silberiodid leer und sämtliche Mehltüten voll und unversehrt.
„Weißt du, was man mit Silberiodid macht?“, fragte Opa lauernd. „Wie gut warst du in Chemie?“
„Eigentlich sehr gut“, stotterte ich und hatte doch keine Ahnung.
„Damit werden Regenwolken erzeugt. In der Firma meines Freundes Peter stellen die so ein Zeug her und er hat mir eine Tüte geschenkt. Ich wollte mal ausprobieren, ob ich damit Schnee machen kann,weil es in diesem Winter noch nicht geschneit hat. Mit einer Silvesterrakete wollte ich das Pulver in den Himmel schießen, genau über unserem Garten, und dir weiße Weihnachten schenken …
„Das ist ja süß“, ich nahm Opa gerührt in die Arme.
„Dann sind die Plätzchen also gar nicht gefährlich?“, unterbrach uns Emilia.
„Nee, aber essen sollte man sie nicht.“
„Keine Explosion?“
„Ach wo, bei Hitze entwickelt sich nur massenhaft Wasserdampf, es soll ja schließlich regnen. Als Oma die Plätzchen gebacken hat, qualmte es daher so stark.“
„Dann haben die Feuerwehrleute Regen gelöscht?“
„Ja, aber besser, wir sagen es ihnen nicht.“
Das taten wir auch nicht, im Gegenteil! In den nächsten Tagen backten wir die leckersten Weihnachtsplätzchen
des ganzen Obersteinenfeldes und brachten sie in die Dienststelle. Die Feuerwehrmänner
freuten sich sehr: „Das ist lieb von dir.“
Und über das Duzen freute sich wiederum meine Enkelin
Das Haus trocknete ab und darüber war Opa glücklich.
Nur ich, ich warte immer noch auf meine weiße Weihnacht …

Leonie und Emilia


‚Plingplang’, der Deckel von meinem Hausbriefkasten
schlug zu.
„Der Postbote war da, Oma!“, rief Emilia aus dem Wohnzimmer.
„Soll ich mal nachschauen?“
„Ja, mach das“, antwortete ich aus der Waschküche,
„ist sicher ein Brief vom Finanzamt dabei“, und seufzte, während ich die Wäsche sortierte.
Stille. Nichts.
„War doch keine Post da?“, rief ich endlich nach oben und wunderte mich. Da erschien Emilia im Türrahmen
und hielt einen Brief in der Hand.
„Du, Oma, ich habe Post bekommen, von einer Leonie.
Kennst du die?“
„Ich glaube ja“, antwortete ich nachdenklich, „was schreibt sie denn?“
„Sie schreibt, dass sie die Emilia-Bücher so gerne hat, und möchte wissen, ob es mich nun wirklich gibt. Oma, sie will hierher kommen und mich besuchen.
Was sagst du nun?“
Emilia ließ den Brief sinken und sah mich fragend an.
Oh je, nun saßen wir in der Patsche.
„Wann will sie denn kommen?“, wollte ich wissen.
Emilia studierte den Brief noch einmal: „Morgen Nachmittag um 15 Uhr. Und was machen wir jetzt?“

Eine gute Frage, die eine ebenso gute Antwort brauchte … wir schauten uns an und hatten beide den gleichen Gedanken: der Wurzelzwerg! Wenn uns einer helfen konnte, dann er. Also ließ ich die Wäsche Wäsche sein und ging mit Emilia in den Garten.
„Halt! Erst noch Kekse und Milch holen!“, lachte Emilia. Recht hatte sie. Wir stellten also die Leckerei auf den Sandkastenrand und warteten. Fast wären wir eingeschlafen, doch dann rochen wir feinen Tabakduft.
Der Wurzelzwerg war aus seiner Höhle gekommen und lächelte uns an: „Ah, Plätzchen und Milch, wie lecker!“
Nun schmauste er erst einmal und schmatzte nicht schlecht dabei. Dann wischte er sich den Mund ab und fragte: „Und was ist nun los. Ich sehe es euch doch an, dass ihr ein Problem habt. Nur raus damit.“
Wir erzählten dem kleinen Doktor, der so liebevoll Tiere und Pflanzen versorgt und heilt, dass eine kleine Leonie von weit her auf dem Weg zu uns sei und Emilia kennenlernen wollte, meine erfundene Enkelin.
„Wir können das Kind doch nicht enttäuschen“, jammerte
ich und auch Emilia wirkte sehr traurig. „Kann man da nichts machen?“, fragte ich hoffnungsvoll.
„Lass mich überlegen“, der Wurzelzwerg stopfte sein Pfeifchen, zündete es an und blies Rauchkringel in die Luft.
„Ach bitte, überlege dir doch was“, drängelte Emilia, „ich wäre so gerne nur für einen Tag lebendig!“„Das ist ein großer Wunsch“, sinnierte der kleine Doktor, „und solche Wünsche kann ich nicht erfüllen,
aber ich weiß von einem bunten Stein, der das kann. Er steht im Murmelbachtal. Ihr müsst am 6.6. um 6 Uhr und 6 Minuten dort sein. Dann dreht er sich und man darf sich etwas wünschen.“
Emilia jubelte: „Der 6. Juni ist ja schon morgen. Hurra, das klappt, das klappt, das klappt!“
Wir bedankten uns beim Wurzelzwerg und gingen an diesem Abend früh zu Bett, denn wir mussten ja schon sehr zeitig aufstehen. Am nächsten Morgen läuteten unsere Wecker um 4 Uhr. Rasch standen wir auf, frühstückten nur kurz, zogen unsere Wanderschuhe
an und machten uns auf zum Murmelbachtal.
Der Murmelbach ist ein kleiner Bach, mit vielen Steinen. Ihm mussten wir folgen, bis wir an den bunten Stein kamen. Keine Minute zu früh! Um 5 Minuten nach 6 Uhr erreichten wir die Stelle und hockten uns vor den Stein. Da, exakt um sechs Uhr sechs, begann er sich zu drehen. Ich stieß Emilia an und sie stotterte ihren Wunsch: „Ich möchte heute den ganzen Tag lebendig sein.“
Der Stein drehte sich schneller und schneller, wurde dann langsamer und stand schließlich da, als wäre er ein ganz normaler Stein.
„Ob das jetzt geklappt hat?“, fragte mich meine Enkelin.
„Bin ich nun lebendig?“
„Ich weiß es nicht, für mich bist du ja immer lebendig.
Wir wandern zurück und schauen, wie die Menschen
reagieren“, war meine Antwort und genau das taten wir. Wir marschierten aus dem Wald heraus

und grüßten, wenn wir Menschen sahen. Sie grüßten
zurück und lachten uns an. Nun wurde Emilia mutiger und betrat ein Geschäft. Wenn sie lebendig war, wurde sie gesehen.
„Ich hätte gerne zwei Brötchen“, bestellte sie und die Verkäuferin packte die Brötchen in die Tüte und reichte sie dem Mädchen: „Macht 60 Cent.“
Emilia bezahlte und lief jubelnd in meine Arme: „Hurra, ich bin wirklich zu sehen. Nun kann Leonie kommen.“
Und Leonie kam. Mit ihrem großen Bruder, der schon ein Auto hatte, kam sie angebraust und stand glücklich und bewundernd vor Emilia.
„Ich weiß alles von dir“, sprach Leonie, „alle Geschichten
und Streiche. Kannst du wirklich so gut rechnen?
Und hast du tatsächlich die armen Eichhörnchen
gejagt?“
Viele Fragen hatte Leonie und alle beantwortete Emilia
gewissenhaft. Dann zeigte sie ihrem Besuch den Garten mit dem alten Sandkasten und den Sandhaufen,
den sie zum Ostpol erklärt hatte. Kikki und Mucki ließen sich auch kurz blicken und schnell verging der Nachmittag – keine Minute zu früh verabschiedete
sich Leonie, denn kaum war sie aus der Tür, verflog der Zauber und Emilia war nicht mehr zu sehen … oder doch?
Ach, komm doch einfach her und schau selber nach! Waffeln gibt es gratis!

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